Das Seminar untersucht das Biopic als zentrales Genre filmischer Musiker:innen-Darstellung und fragt danach, wie Filme Lebens- und Ruhmesgeschichten erzählen. Im Mittelpunkt stehen Prozesse der Narrativierung eines Lebens, die durch Auswahl, Zuspitzung und teleologische Erzählstrukturen gekennzeichnet sind. Anhand von Biopics aus dem Bereich der klassischen Musik, wie u.a. Maestro (2023), Maria (2024) und Boléro (2025) sowie ausgewählter Beispiele aus der Popkultur, wie u.a. Bohemian Rhapsody (2018), Rocketman (2019) und Elvis (2022), analysiert das Seminar die Darstellung von Musiker*innen als Figuren zwischen Mythos und Mensch. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Spannung zwischen Fakt, Fiktion und Interpretation, die das Biopic als filmische Form grundlegend prägt. Das Genre wird dabei nicht als bloße Illustration historischer Ereignisse verstanden, sondern als aktive Deutung von Geschichte, als Medialisierung kultureller Erinnerung und als Gegenwartsdiagnose, in der aktuelle ästhetische, gesellschaftliche und musikkulturelle Fragestellungen auf historische Figuren projiziert werden.